Gefahr unter dem Parkett: Was Sie über PAK wissen müssen

Ein alter Holzfußboden ist der Traum vieler Altbau-Fans in Hamburg. Doch wer das Parkett abschleifen oder herausreißen will, erlebt oft eine böse Überraschung: Unter dem Holz kommt eine schwarze, teerartige Masse zum Vorschein. Oft begleitet von einem chemischen, mottenkugelartigen Geruch. Hier schrillen bei Experten die Alarmglocken: Es handelt sich höchstwahrscheinlich um PAK. Wir erklären, was hinter diesem Kürzel steckt und warum Sie die Arbeiten sofort stoppen sollten.

Wenn wir über Schadstoffe im Altbau reden, denken alle an Asbest. Doch PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) sind der „stille Begleiter“, der oft übersehen wird – mit fatalen Folgen für die Gesundheit, wenn man falsch damit umgeht.

Was ist PAK eigentlich?

PAK ist eine Sammelbezeichnung für Hunderte von chemischen Verbindungen. Sie kommen natürlich in Kohle und Erdöl vor, entstehen aber auch bei Verbrennungsprozessen. Viele dieser Stoffe sind nachweislich krebserregend (karzinogen), erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend. Der bekannteste Vertreter ist das Benzo[a]pyren.

Warum wurde das in meiner Wohnung verwendet?

In den Baujahren von ca. 1900 bis Mitte der 1970er Jahre wurden PAK-haltige Klebstoffe standardmäßig verwendet. Besonders beliebt waren sie als Parkettkleber (auf Teer- oder Bitumenbasis).

Der Grund für die Beliebtheit war simpel:

  • Die Kleber waren billig (Abfallprodukt der Kohleindustrie).

  • Sie waren wasserfest.

  • Sie blieben dauerelastisch (wichtig bei Holz, das „arbeitet“).

Man findet diese Kleber typischerweise unter Stabparkett, Mosaikparkett oder auch unter alten Hirnholzböden in Industriegebäuden.

Woran erkenne ich PAK?

Es gibt zwei sehr deutliche Warnsignale, auf die Sie achten sollten:

  1. Die Optik („Schwarzer Kleber“): Wenn Sie eine Parkettplatte anheben und darunter eine schwarze oder tiefdunkelbraune Klebstoffschicht sehen, ist der Verdacht auf PAK sehr hoch.

  2. Der Geruch („Mottenkugeln“): Ein typischer Begleitstoff in diesen Klebern war Naphthalin. Wenn es in Ihrer Wohnung (besonders an warmen Tagen) streng chemisch, stechend oder nach alten Mottenkugeln riecht, gast der Boden wahrscheinlich aus.

Das Gesundheitsrisiko: Warum Abschleifen tabu ist

Solange der Parkettboden fest verklebt und intakt ist, ist die Belastung oft gering (wobei PAK auch durch Fugen ausgasen kann).

Die akute Gefahr entsteht bei der Renovierung: Viele Heimwerker machen den Fehler, den alten Kleber oder das Parkett einfach abzuschleifen, um den Boden zu verschönern.

  • Das Problem: Durch das Schleifen wird der teerhaltige Kleber pulverisiert. Sie verteilen Milliarden von krebserregenden Partikeln in der gesamten Wohnungsluft. Dieser Staub setzt sich in Lungen, auf Möbeln und in Ritzen fest.

  • Hautkontakt: PAK kann auch über die Haut aufgenommen werden. Der direkte Kontakt mit dem Kleber sollte vermieden werden.

PAK gefunden – Was tun?

Wenn Sie den Verdacht haben („schwarzer Kleber“ sichtbar), gilt die eiserne Regel: Baustopp!

  1. Nicht weitermachen: Hören Sie sofort auf zu stemmen oder zu schleifen. Lüften Sie den Raum, aber schließen Sie die Tür zu anderen Zimmern.

  2. Gewissheit verschaffen: Man kann PAK nicht mit bloßem Auge von harmlosem Bitumen unterscheiden (obwohl Bitumen im Innenraum selten pur verwendet wurde). Nur eine Laboranalyse bringt Klarheit.

  3. Analyse beauftragen: Wir von Probenwerk nehmen eine Materialprobe des Klebers (und ggf. des Holzes) und lassen diese im Labor auf die Leitkomponente Benzo[a]pyren testen.

  4. Sanierung planen: Bestätigt sich der Verdacht, darf der Boden nur von Fachfirmen mit entsprechender Schutzausrüstung (Schwarzbereich, Schleusen) entfernt werden. Alternativ gibt es Verfahren, den Boden luftdicht zu versiegeln (Überdeckung), wenn er erhalten bleiben soll.

Fazit: Lieber testen als Staub schlucken

Ein schönes Parkett ist viel wert – Ihre Gesundheit aber mehr. Riskieren Sie nicht, Ihr Zuhause mit krebserregendem Staub zu kontaminieren. Ein kurzer Test gibt Ihnen die Sicherheit, ob Sie den Boden bedenkenlos bearbeiten können oder Profis ranlassen müssen.

Haben Sie schwarzen Kleber unter dem Bodenbelag entdeckt? Gehen Sie kein Risiko ein. Wir analysieren die Probe schnell und zuverlässig.

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