Asbestsanierung: Mit diesen Kosten müssen Eigentümer rechnen

Der Befund „Asbest positiv“ ist für viele Immobilienbesitzer erst einmal ein Schock. Sofort schießen Gedanken an Männer in Raumanzügen und explodierende Kosten durch den Kopf. „Muss ich jetzt einen Kredit aufnehmen?“ ist eine häufige Frage. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Asbestsanierung ist teurer als eine normale Renovierung, aber sie ist kein Fass ohne Boden. Wir geben Ihnen eine ehrliche Orientierung über die Preise und verraten, wie Sie die Kosten oft drastisch senken können.

Transparenz ist in der Sanierungsbranche leider nicht immer selbstverständlich. Viele Eigentümer tappen im Dunkeln, was auf sie zukommt. Um Ihnen eine Planungsgrundlage zu geben, haben wir typische Marktpreise für Hamburg und Umgebung zusammengetragen.

Bitte beachten Sie: Dies sind Richtwerte. Jede Baustelle ist individuell.

Warum ist Asbestentfernung so teuer?

Bevor wir zu den Zahlen kommen, müssen Sie verstehen, was Sie eigentlich bezahlen. Sie zahlen nicht nur für das Abreißen (das geht schnell), sondern für die Sicherheit.

Die Kosten setzen sich zusammen aus:

  1. Anmeldung & Gebühren: Jede Asbestbaustelle muss bei der Behörde angemeldet werden.

  2. Baustelleneinrichtung: Der Bereich muss oft staubdicht abgeschottet werden (Schwarzbereich). Dazu gehören Schleusen für die Arbeiter und Unterdruckhaltegeräte, die die Luft filtern.

  3. Schutzkleidung (PSA): Einweganzüge und Masken sind teures Verbrauchsmaterial.

  4. Entsorgung: Asbest ist Sondermüll und kostet auf der Deponie deutlich mehr als Bauschutt.

Faustregel: Je fester der Asbest gebunden ist (z.B. Dachplatten), desto „günstiger“ ist die Entfernung. Je schwächer er gebunden ist (z.B. Pappen, Spritzasbest), desto aufwendiger sind die Sicherheitsmaßnahmen und desto höher der Preis.

Konkrete Preisbeispiele (Richtwerte)

Hier sind Durchschnittswerte, mit denen Sie kalkulieren können:

1. Asbestzement-Dachplatten (Wellplatten / „Eternit“)

Dies ist oft der „günstigste“ Fall, da die Platten im Ganzen abgenommen werden können, ohne viel Staub zu erzeugen (Arbeiten im Außenbereich).

  • Kosten: ca. 30 € bis 50 € pro $m^2$

  • Beispiel: Ein 100 $m^2$ Dach kostet rein für Demontage und Entsorgung ca. 3.000 – 5.000 € (plus Gerüst und neue Eindeckung).

2. Bodenbeläge (Floor-Flex / Vinyl-Asbest-Platten)

Ein Klassiker in Hamburger Wohnungen. Hier ist oft auch der schwarze Kleber darunter asbesthaltig. Es wird meist mit Schleifmaschinen unter Absaugung gearbeitet.

  • Kosten: ca. 40 € bis 80 € pro $m^2$

  • Beispiel: Ein 20 $m^2$ Zimmer kostet ca. 800 – 1.600 €.

3. Fassadenplatten

Ähnlich wie beim Dach, aber oft aufwendiger durch Gerüstbau.

  • Kosten: ca. 40 € bis 60 € pro $m^2$

4. Nachtspeicheröfen

Diese enthalten oft Asbest in Dichtungen oder Steinen sowie krebserregendes Chrom-VI und PCB. Sie dürfen niemals selbst zerlegt werden.

  • Kosten: ca. 150 € bis 300 € pro Gerät (abhängig von Größe und Gewicht).

5. Der „Worst Case“: Schwach gebundener Asbest

Dazu gehören Spritzasbest, Leichtbauplatten oder asbesthaltige Pappen hinter Heizkörpern. Hier sind die Sicherheitsvorkehrungen (4-Kammer-Schleuse, Vollschutz) extrem hoch.

  • Kosten: Hier ist eine pauschale Schätzung schwer, oft mehrere hundert Euro pro $m^2$ oder hohe Pauschalen für die Einrichtung der Baustelle.

Der teuerste Fehler: Sanieren auf Verdacht

Viele Eigentümer denken: „Das Haus ist alt, das ist bestimmt Asbest. Ich lasse es einfach als Asbest entsorgen, dann bin ich sicher.“

Das ist wirtschaftlicher Wahnsinn.

Wenn Sie einen normalen Bodenbelag als Asbestmüll entsorgen lassen, zahlen Sie den 5- bis 10-fachen Preis – völlig unnötig.

Wie ein Test für 100 € Ihnen 5.000 € sparen kann

Ein Laborbericht von Probenwerk schafft Fakten.

  • Szenario A: Sie vermuten Asbest im Fliesenkleber. Sie beauftragen eine Spezialfirma. Kosten für das Bad: 4.500 €.

  • Szenario B: Sie machen vorher einen Test (Kosten ca. 100 €). Ergebnis: Negativ (kein Asbest). Sie beauftragen einen normalen Fliesenleger. Entsorgungskosten: fast null (Bauschutt). Ersparnis: Mehrere Tausend Euro.

Und selbst wenn Asbest gefunden wird: Der Bericht zeigt genau, wo er ist. Vielleicht ist nur der Boden betroffen, aber nicht die Wandfliesen. So müssen Sie nur einen Teil teuer sanieren.

Finanz-Tipp: Steuerliche Absetzbarkeit

Eine gute Nachricht zum Schluss: Asbestsanierungen können unter Umständen als „außergewöhnliche Belastungen“ von der Steuer abgesetzt werden, wenn eine Gesundheitsgefahr bestand (Nachweis erforderlich!). Alternativ greift oft der Bonus für „Haushaltsnahe Handwerkerleistungen“ (20% der Lohnkosten absetzbar). Sprechen Sie hierzu unbedingt mit Ihrem Steuerberater.

Fazit: Erst rechnen, dann handeln

Lassen Sie sich von Sanierungsfirmen nicht unter Druck setzen. Fordern Sie Kostenvoranschläge an, die auf Fakten basieren, nicht auf Vermutungen.

Die Basis für jeden seriösen Kostenvoranschlag ist ein Schadstoffbericht.

Sie wollen wissen, ob Sie überhaupt eine teure Sanierung brauchen?

Investieren Sie in Gewissheit, bevor Sie Tausende Euro ausgeben.

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Kein Handwerker ohne Schadstoffbericht: Warum Sie jetzt schnell handeln müssen und wie Probenwerk Ihnen Zeit spart