Asbest in Wohngebäuden: Was Eigentümer in Hamburg jetzt wissen müssen – Erkennung & Geschichte
Asbest gilt als die Altlast des 20. Jahrhunderts. Viele Hausbesitzer in Hamburg und Umgebung sind verunsichert: Wo steckt der Stoff? Warum wurde er überhaupt verwendet? In diesem Artikel klären wir die wichtigsten Fragen rund um die "Wunderfaser", die zum Gesundheitsrisiko wurde.
Was ist Asbest eigentlich?
Asbest ist keine chemische Erfindung, sondern eine Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale.
Das Besondere: Diese Fasern sind extrem hitzebeständig, säurefest und besitzen eine enorme Festigkeit. Genau diese Eigenschaften machten sie lange Zeit zum beliebten Baustoff. Doch die Gefahr ist unsichtbar: Werden die mikroskopisch kleinen Fasern freigesetzt und eingeatmet, können sie schwerwiegende Lungenerkrankungen verursachen.
Wenn Sie das nebenstehende Bild betrachten, verstehen Sie sofort, warum Asbest als Gesundheitsrisiko eingestuft wird. Was mit bloßem Auge wie harmloser Staub aussieht, entpuppt sich unter dem Mikroskop als eine Ansammlung von millionenfeinen, rasiermesserscharfen Nadeln.
Warum wurde Asbest in Wohnungen verbaut?
In den Jahren des Baubooms (besonders zwischen 1960 und 1990) galt Asbest als "Wunderfaser". Er war billig, unbrennbar und vielseitig einsetzbar. Man nutzte Asbest für:
Brandschutz: Um Stahlträger zu verkleiden.
Isolierung: Zur Wärmedämmung und Schallisolierung.
Festigkeit: Als Zuschlagstoff in Zement (Eternitplatten) oder Fliesenklebern.
Besonders in Hamburg, wo in diesen Jahrzehnten viel Wohnraum geschaffen oder saniert wurde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, in Gebäuden aus dieser Ära auf Asbest zu stoßen.
Wie erkenne ich Asbest?
Das ist die wichtigste Frage – und die Antwort ist tückisch: Man kann Asbest mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Asbest riecht nicht und strahlt nicht. Er ist oft fest in anderen Materialien gebunden (z.B. im Fliesenkleber, im Putz oder in Bodenbelägen wie Cushion-Vinyl).
Typische Verdachtsstellen sind:
Dacheindeckungen und Fassadenplatten.
Alte Bodenbeläge (PVC) und der darunterliegende Kleber (oft schwarz).
Nachtspeicheröfen.
Spachtelmassen und Putze an Wänden.
Vom Keller bis zum Dach: In diesen Bereichen versteckt sich Asbest am häufigsten. Besonders in Häusern, die vor 1993 erbaut oder saniert wurden, ist Vorsicht geboten.
(Grafik: Probenwerk)
Wichtig: Kratzen Sie niemals an verdächtigen Materialien! Nur eine professionelle Analyse gibt Sicherheit.
Fazit: Der bloße Verdacht reicht nicht aus. Um Sicherheit für Ihre Familie oder Mieter zu gewähren, ist eine fachgerechte Beprobung unumgänglich.
Planen Sie eine Renovierung? Lesen Sie in unserem Artikel, warum Sie für Handwerker zwingend einen Bericht benötigen.

